Wie angenehm und komfortabel Deine Trekkingtour werden wird, hängt maßgeblich von Deinem Rucksack ab. Hast Du den falschen Trekkingrucksack, oder ist er falsch eingestellt, wird sich Deine Leistung und Deine Freude am Wandern drastisch verschlechtern.

Je nachdem was Du vorhast, musst Du zu unterschiedlichen Rucksacktypen greifen. Bei einer 28-tägigen Trekkingtour durch Peru, wirst Du mit einem kleinen Wanderrucksack nicht weit kommen. Ebenso ist ein riesiger Trekkingrucksack bei einer Tagestour im heimischen Wald fehl am Platz.

 

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen 3 Arten von Rucksäcken:

1. Daypack

Rucksack-wandern-berge

Daypacks sind volumenmäßig kleine Wanderrucksäcke (bis ca. 20 Liter). Sie bieten Platz für alles, was man bei einer Tageswanderung oder einem eintägigen Ausflug benötigt. Es gibt sie in den verschiedensten Variationen.

So gibt es beispielsweise spezielle Trinkrucksäcke, deren hauptsächliche Aufgabe das Transportieren von Wasserbehältern (z.B. Bladder) ist.

Die Hüftflossen bei diesem Typ sind meist nur sehr klein, falls überhaupt welche vorhanden sind. Da der Rucksack nicht mit allzu viel Gewicht beladen werden kann und soll, sind Hüftflossen auch nicht unbedingt notwendig. Bei Bergtouren ist die Befestigung an der Hüfte jedoch zu bevorzugen, da sich der Rucksack so besser anpassen lässt und nicht ständig hin und her schwingt.

 

2. Tourenrucksack

Tourenrucksack-Wanderer-Landschaft

Dieser Rucksacktyp ist vom Volumen her größer als der Daypack bzw. Tagesrucksack (bis ca. 50Liter). Der Tourenrucksack ist somit perfekt für Mehrtagestouren.  Bei diesem Typ sind Hüftflossen essentiell. Viele Rucksackmodelle dieses Typs sind für spezielle Aktivitäten ausgelegt, bspw. Langlauf, Bergtouren oder Pilgern. Achten Sie darauf das passende Modell für ihre Aktivität auszuwählen, da diese sich bei der Passform und der Ausstattung erheblich voneinander unterscheiden können.

 

3. Trekkingrucksack

Wanderrucksack-Landschaft

Der ideelle Begleiter auf Mehrwöchigen Touren. Der Trekkingrucksack zeichnet sich durch ein großes Volumen (über 50 Liter) und ein verbautes Innengestell aus. Die Hüftgurte lenken das Gewicht von den Schultern auf die Hüfte, was es erst möglich macht schweres Gepäck über einen längeren Zeitraum auf dem Rücken zu tragen.

Der Trekkingrucksack besteht meist aus 2 Kammern. Das untere Fach, das Bodenfach, ist für den Schlafsack vorgesehen und durch einen Zwischenboden vom Hauptfach getrennt. Bei den meisten Rucksäcken kann dieser Zwischenboden durch einen Reißverschluss geöffnet werden, was das Packen des Rucksacks erleichtern kann.

Der Trekkingrucksack kann von oben (toploader) und, mittlerweile immer beliebter, von vorne (front-access) geöffnet und beladen werden.

Der Front-access hat den Vorteil, dass man nicht erst den kompletten Rucksack durchwühlen muss, wenn man mal etwas von weiter unten benötigt. Nichtsdestotrotz solltest Du deinen Rucksack immer so packen, dass Gegenstände, die Du häufig brauchst, oben liegen. Spätestens beim Erreichen des Schlafplatzes spielt der Front-access jedoch seine Vorteile aus. Der Rucksack wird einfach umgelegt, geöffnet und schon hat man Zugriff auf seine komplette Trekking Ausrüstung.

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Wanderrucksack-Reißverschluss-frontloader

 

Worauf sollteST DU besonders achten?

  1. Stauraum
  2. Passform und Tragesystem
  3. Gewicht
  4. Ausstattung und Material

 

1. Stauraum – Wieviele Liter sollte mein Trekkingrucksack fassen?

Der Stauraum eines Rucksacks wird immer in Litern angegeben. Die Größe des Rucksacks bestimmt maßgeblich, wie lange sie autark leben können. Oftmals liest man von Angeben wie „65l+10“. Das +10 steht in diesem Fall für extra Stauraum, was meist durch einen herausstülpbaren Verschluss an der oberen Öffnung erreicht wird.

Wieviele Liter Stauraum es sein sollten hängt auch stark damit zusammen, welche Ausrüstung sie mit sich führen. Ist man ultralight mit Tarp und ohne Kochutensilien unterwegs, braucht man einen kleineren Rucksack als die Kollegen, die unbedingt alles mitnehmen müssen.

 Alleine auf Tagestour:  Rucksack bis 2o Liter
 Mehrtagestour  Rucksack bis 60 Liter
 Mehrere Wochen  Rucksack bis 90 Liter

 

Dies ist, wie gesagt, aber auch abhängig von ihrer Ausrüstung.  Achte darauf, dass der Trekkingrucksack das von Dir vorgesehene Gepäck tragen kann. Ein Überladen kann schlimme Folgen haben, für Deinen Rücken und das Material.

 

Passform – Wie finde ich heraus, ob mein Trekkingrucksack passt?

Der Rucksack sollte sich beim Tragen gut anfühlen. Lass Dir Deinen favorisierten Trekkingrucksack im Outdoor-Laden mit Gewichten befüllen und laufen Sie dann 0,5 – 1 Stunde mit diesem umher. Dadurch merkt man bereits, ob der Rucksack passt oder eben nicht. Die Mitarbeiter in den Outdoorläden sind hierbei sehr zuvorkommend und bieten einem das Beladen meist von sich aus an.

Probiere hierbei unterschiedliche Modelle aus, um Vergleichswerte zu haben. Wenn Du erst wenig Erfahrung beim Einstellen von Rucksäcken hast, lass Dir vom Fachpersonal helfen.

Grob gesehen sollte ein Rucksack über dem Po sitzen und nicht über den Kopf herausragen. Der Hüftgurt sollte am oberen 1/3 des Hüftknochens sitzen, um eine optimale Lastenverteilung zu garantieren.

Besondere Beachtung sollte das Tragegestell bzw. Tragesystem finden, dieses ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Das bedeutet, dass das Innengestell in unterschiedlichen Formen verbaut wurde (bspw. V-Shape). Die leichte Wölbung eines Rucksacks im Rückenbereich sorgt für eine bessere Belüftung, so dass Sie am Rücken nicht so stark schwitzen, da dort sonst Reibungspunkte entstehen.

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trekkingrucksack

 

Gewicht – Wie schwer sollte mein Rucksack sein?

Der Rucksack gehört zu den Big Five der Ausrüstung. Hier kannst Du viel Gewicht sparen, damit aber auch viel falsch machen. Klar, möchte man einen leichten Rucksack haben, jedoch sollte man hier nur sehr geringe Kompromisse mit dem Komfort eingehen.

Passt dir ein schwereres Rucksackmodell besser und werden die Lasten angenehmer verteilt, solltest Du zu diesem greifen. Bei einem schlecht sitzenden Rucksack merkt man jedes Kilogramm, bei einem gut sitzenden kann man mehr Gewicht bei besserem Komfort tragen. Also gilt: Komfort vor Gewicht.

 

Ausstattung und Material

Deckeltasche

Ein guter Trekkingucksack besitzt eine Deckeltasche. Hier lassen sich Kleinteile, aber auch das Erste-Hilfe Paket verstauen. Dies ist somit immer schnell zugänglich und Du musst nicht lange suchen.

Eine Öffnung der Deckeltasche zum Kopf hin, oder eine kleine Tasche am Hüftgurt sind empfehlenswert für Snacks und die Actioncam. Dadurch hast Du alles stets zur Hand ohne anhalten zu müssen!

Taschen für Wasserbehälter

Je nachdem, auf welches Wasserbehältnis Du setzt – Bladder oder Flaschen- solltest Du auf die hierfür passenden Taschen achten. Die Wasserflaschen sollten beim Laufen immer leicht zugänglich angebracht werden. Hierfür bieten sich  Taschen auf Taillenhöhe an .

Benutzt Du einen Bladder sollte der Rucksack verschließbare Taschen an der Außenseite oder ein abgetrenntes Fach im Innern (direkt am Rücken) haben. Wenn man den Bladder an der Außenseite anbringen will, muss man daran denken das Gewicht auf der anderen Seite auszugleichen.

Wanderrucksack-Stauraum

Befestigungsmöglichkeiten

Vor allem bei längeren Touren sollten ausreichend Befestigungsmöglichkeiten am Trekkingrucksack vorhanden sein. Ob zum Trocknen der , um eine Mülltasche zu befestigen oder um den selbst gefangenen Fisch auslüften zu lassen. Einsatzmöglichkeiten sind zahlreich und von großem Nutzen!

 

Material

Ein guter Trekkingrucksack sollte auch bis zu einem gewissen Grad gegen Wasser geschützt sein, bei Nieselregen oder beim Durchqueren von feuchten Büchen stülpt man nicht immer sofort das Raincover über. Bei normalem sollte man dann aber das Raincover benutzen, dafür ist es schließlich da!

Das Material sollte auch eine gewisse Abriebfestigkeit besitzen, da der Rucksack u.a. beim Auf- und Absetzen stark beansprucht wird.

So und jetzt wünsche Ich Dir viel Spaß beim Auswählen Deines Trekkingrucksacks!
Meine persönlichen Empfehlungen:

4 Kommentare

  1. Hallo,

    da ich grade meinen eigenen Blog zum Thema Trekkingrucksäcke und Wandersocken aufbaue, habe ich mich nach anderen Blogs umgeschaut und diesen hier fand ich super. Einer der besten. Detaillierte, sinnvolle und nützliche Beschreibungen, man erfährt alles was man wissen sollte. Daumen hoch!! 🙂
    Wenn ihr mögt, könnt ihr meine Seite auch mal besuchen 🙂

    LG & weiter so!

    • trekkingfieber Antworte

      Hallo Anna,
      Eigentlich freue ich mich ja wirklich über jedes Kommentar, eigentlich. Ich finde es jedoch sehr seltsam, wenn man exakt(!) den gleichen Wortlaut unter mehrere verschiedene Blogs postet. Ich kann ja nachvollziehen, dass Du schnell Links von anderen erhalten möchtest, um deine Verkaufsseite zu bewerben, aber dann doch bitte wenigstens mit einem konstruktiven Beitrag anstatt SPAM.

      In diesem Sinne:
      LG & nicht weiter so! 😉

  2. Guter Artikel! Die meisten wollen bei ihrer Ausrüstung sparen und ärgern sich dann, wenn sie sich nach ein paar Ausflügen wieder neue Sachen zu legen müssen. Entweder weil die alte Ausrüstung bereits kaputt gegangen ist oder weil gemerkt wurde, dass es nichts taugt.
    Außerdem leidet auch der Spaß an der Sache darunter, wenn man minderwertige Ausrüstung hat, die eventuell drückt, Blasen hinterlässt oder das Gewicht nicht gut umleitet.

    Also eine gute Ausrüstung beim Wandern ist das A und O 🙂

    Gruß
    Falk

    • trekkingfieber Antworte

      Hallo Falk,
      Da stimme ich dir absolut zu! Besonders bei Trekkingrucksäcken und -schuhen sollte man nicht sparen. Bei den Rucksäcken gibt es aber auch im höherklassigen Segment erhebliche Unterschiede hinsichtlich des Tragesystems. Das sollte man also im Laden ausreichend mit einem gefüllten Rucksack testen.
      Im ersten Moment waren mir die Preise auch ein wenig auf den Magen geschlagen, aber im Nachhinein war es die beste Entscheidung hierbei nicht nur aufs Geld zu achten 🙂

      Viele Grüße
      Jannik

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