Guter Schlaf ist essentiell für eine gute Tagesleistung beim Trekking. Wer schlecht schläft ist schlecht drauf, nicht aufmerksam und somit auch verletzungsanfälliger. Um das zu verhindern kommt es vor allem auf eine gute an!

Es gibt Sie in allen Formen, Farben und Gewichtsklassen, es wird zunehmend schwieriger sich in diesem Urwald zurecht zu finden. Doch anhand einiger Kriterien lässt sich die Suche nach der perfekten Isomatte vereinfachen:

 

  1. Wärmedurchgangskoeffizient (R-Wert)
  2. Dicke
  3. Form
  4. Packmaß und Gewicht

 

1. R-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient)

Der R-Wert oder auch Wärmedurchgangskoeffizient beschreibt bei einer Isomatte, wie kalt der Untergrund sein darf, um den Körper warm zuhalten. Je größer der R-Wert, desto kälter darf der Boden sein, auf dem die Isomatte eingesetzt wird. Der R-Wert liegt bei den meisten Schlafunterlagen zwischen 1 und 6.

R-Wert-Isomatte-Temperatur-Tabelle

Bei den Damenvarianten (SL) ist der R-Wert meist höher, als bei den „normalen“ Männer-Versionen. Das liegt  daran, dass Frauen ihre Körperwärme genetisch bedingt nicht so einfach aufrecht erhalten können wie Männer.

R-Werte addieren sich

Benutzt man 2 Isomatten, bspw. eine robuste und eine bequeme oben drauf, addieren sich die R-Werte der beiden Matten. Dadurch vergrößert sich der Temperatureinsatzbereich und man erhält ein Plus an Komfort.

Erkundige Dich also immer vorher über die (Boden-)Temperaturen an deinem Trekking-Reiseziel, nur so kannst Du den richtigen R-Wert bzw. die richtige Isomatte auswählen

 

Dein Schlafsack kann noch so hochwertig und warm sein, ohne eine gute Isomatte wirst Du nicht richtig schlafen können.

 

2. Dicke der Isomatte

Die Dicke einer Isomatte wird in unseren Breitengraden in cm angegeben. Dieser Wert hat sehr großen Einfluss auf das Komfortlevel. Greifst Du zu einer sehr dünnen Matte bspw. 1-2 cm, wirst Du Bodenunebenheiten spüren können. Dann sollte man besonders darauf achten den Zeltplatz vorher von Steinen zu befreien und Wurzeln unterhalb der Schlaffläche zu meiden.

Isomatte-dicke-höhe
Dicke der Isomatte – In diesem Fall 6cm

Die Dicke der Isomatte sollten Sie auch nach Ihren Schlafgewohnheiten auswählen:

 

Rückenschläfer

haben es hier relativ einfach, da kann die Matte auch mal dünner ausfallen.

Bauchschläfer

haben bei dünnen Matten manchmal Probleme mit ihren Knien. Das sollten Sie vor dem Kauf zumindest einmal ausprobieren.

Seitenschläfer

Sollten zu dickeren Matten greifen, wie diesen hier. Der höchste Druck in dieser Schlafposition herrscht an Deiner Hüfte. Ist die Isomatte zu dünn drückt der Beckenknochen auf den Boden und Du wirst mit Schmerzen aufwachen. Vor allem beim Trekking ist das natürlich ärgerlich. Für einen hohes Komfortlevel sollte die Isomatte schon 6 cm dick sein.

Die Dicke von Isomatten hat übrigens nichts mit dem R-Wert zu tun !

 

Form

Isomatten gibt es in vielen verschiedenen Formen. Weit verbreitet ist die eckige und die verjüngende Form. Die eckige Form bietet zwar Platz zum „Wälzen“, aber ein Teil der Fläche wird meist nie genutzt. Dies ist unnötiges Gewicht, welches beim Trekking stört.

Die verjüngende Form bietet einen guten Mittelweg. Unnötige Bereiche im Beinbereich werden weggelassen, und doch hat man den normalen Komfort einer klassischen, eckigen Isomatte.  Die Stabilität an den Seitenrändern leidet hier jedoch bei manchen Modellen, so dass der Rand leicht wegknicken kann. Manche stört das, manche nicht. Probieren geht über Studieren.

 

Größe

Die meisten Matten gibt es in einer Small, Regular, Large und Extra-Large Variante. Wähle hier je nach Körpergröße das richtige Modell. Es ist übrigens gar kein Problem, wenn der länger als die Isomatte ist.

Wer hart im Nehmen und ultralight ist, sollte sich überlegen eine 2/3 Isomatte zu kaufen. Diese reicht nur bis über die Hüfte, so dass die Beine auf dem Boden liegen. Sie sind besonders fürs Ultralight Trekking geeignet.

 

4. Packmaß und Gewicht der Isomatte

Viele günstige und robuste Isomatten haben ein Problem: Sie haben ein viel zu großes Packmaß, was meist daran liegt, dass sie nur zusammenfaltbar sind. Das kann besonders bei einer längeren Trekking Tour ziemlich stören. Deshalb hängen die meisten zusammenfaltbaren Isomatten außen am , aber auch diese Lösung kann bei Regen oder dichtem Gestrüpp anstrengend sein.

Wer solche Probleme umgehen will, greift zu einer zusammenrollbaren Isomatte. Klein verpackt, passen diese meist sogar noch gemeinsam mit dem Schlafsack in das Bodenfach Deines Trekkingrucksacks. Der Nachteil ist der deutlich höhere Preis.

5. Aufblasbare Isomatte vs Nicht-aufblasbare

Eine aufblasbare Isomatte (siehe hier) ist deutlich platz- und gewichtsparender, als ein nicht aufblasbares Modell. Die Kritik an aufblasbaren Matten, dass man sich ja nicht sofort hinlegen könne, mag zwar stimmen, aber wie oft kommt das schon vor? Wie oft baust Du Dein Zelt auf und willst Dich SOFORT hinlegen? – Eher selten.

Auch die Kritik, dass das lange Aufblasen nervig sei, ist in Zeiten von Aufblasbeuteln Vergangenheit.

Tipp: Diese empfehlen sich übrigens besonders bei Bodenfrost! Durch die Atemluft würde beim normalen aufpusten Luft in die feinen Zellen der Matte gelangen, die dann frieren könnten, was die Zellen beschädigen würde.

Der Nachteil von aufblasbaren Isomatten ist, dass Sie einfacher kaputt gehen können. Gerade wenn Du längere Zeit außerhalb der Zivilisation verbringen willst, kann ein kleines Loch in der Isomatte sehr ärgerlich sein. Wenn Du Deinen Schlafplatz jedoch immer vorher säuberst, kommt es nur in den seltensten Fällen zu einem Defekt. Trotzdem solltest Du immer Flickzeug dabei haben!

Lässt der Geldbeutel es zu, rate ich Dir zu einer aufblasbaren Isomatte, wie diesen hier. Ein passender Aufblasbeutel kann hilfreich sein, das ist aber lediglich ein „Nice-to-have“.

 

Ergänzung: Knisternde Isomatten

Oft hört man Berichte über laut knisternde und somit nervige Isomatten. Dieser Effekt entsteht durch das Zusammendrücke der vielen kleinen Luftkammern. Ich glaube, dass Leute die nachts auf so etwas achten einfach tagsüber mehr Kilometer machen sollten. :b  Dieses Geräusch ist wirklich unauffällig und man gewöhnt sich schnell daran. Als Besitzer einer solchen angeblich knisternden Isomatte, wurde ich noch nie auf einer Trekking Tour von irgendwem darauf hingewiesen. Also: Nicht vom Kauf abbringen lassen!

 

Therm-a-Rest NeoAir XLite

114,90
Therm-a-Rest NeoAir XLite
8.875

Gewicht

10/10

    Form

    9/10

      Wärme/Gewicht

      9/10

        Robustheit

        9/10

          Pros

          • Lange Lebensdauer
          • Verjüngende Form
          • Perfekt für Seitenschläfer
          • 6,3 cm Dicke

          Cons

          • Knistert angeblich 😉
          • Ränder nicht allzu stabil

          Hinterlasse einen Kommentar